Kleine Judo- und Regelkunde für Laien
Schülergürtel (KYU)

*Die Grafik zeigt die Einteilung der Schülergürtel entsprechend der Kyu-Prüfungsordnung des Deutschen Judo Bundes.
Meistergürtel (DAN)

*Eine höhere Graduierung als die zum 10. Dan wird weltweit nicht vorgenommen – auch wenn dies theoretisch möglich wäre, da es keine offizielle Limitierung gibt. Dies würde aber bedeuten, die bestehenden Träger des 10. Dan zu degradieren. Professor Jigoro Kano, der Begründer des Judo, hat keinen Dan im Judo, weder den 1. noch den 10. Dan: Aus japanischer Sicht hat niemand die Autorität, ihm einen Dan-Grad zu verleihen, da niemand im Judo über ihm steht.
Das Wertungssystem beim Judo
Seit 2009 gibt es drei verschiedene Wertungen, die ein Judoka während des Wettkampfes erhalten kann: „Ippon“, „Waza-ari“ und „Yuko“.
Ippon bezeichnet einen ganzen Punkt und führt zum sofortigen Sieg. Gründe einen Ippon zu vergeben sind zum Beispiel den Gegner 25 Sekunden auf dem Rücken zu halten oder Würge- bzw. Hebeltechniken.
Ein Waza-ari bezeichnet einen halben Punkt. Vergeben wird er im Judokampf unter anderem für Halten des Gegners auf dem Rücken für 20 Sekunden, oder wenn der Gegner dreimal verwarnt wird. Zwei Waza-ari bilden einen Ippon und führen zum direkten Sieg.
Das Yuko ist ein reiner technischer Vorteil. Er wird vergeben, wenn der Gegner zweimal verwarnt wird oder man den Gegner für 15 Sekunden mit dem Rücken auf den Boden drückt.
Nach Ablauf der Zeit, gewinnt der Judoka mit der höchsten Bewertung. Wenn nur Yuko vergeben wurde, hat der Judokämpfer mit der höheren Anzahl Yuko gewonnen. Sobald eine höhere Wertung vergeben wurde, spielen die Yuko keine Rolle mehr.
Wertungen werden von einem dreiköpfigen Richterteam vergeben, wovon einer den Kampf als Schiedsrichter führt.
Sollte der Kampf nach der Wertung immer noch unentschieden sein, wird er um die Hälfte der regulären Wettkampfzeit verlängert.
Verbotener Wettkampf
Im Judosport unterscheidet man während eines Wettkampfes eine Verwarnung (Shido) und eine Disqualifikation (Hansokumake). Bei zwei Verwarnungen bekommt der Gegner eine Yuko Wertung, bei drei eine Waza-ari. Wird ein Judoka disqualifiziert, scheidet er für das komplette Turnier aus. Ausnahme ist ein Griff unterhalb der Gürtellinie. Dabei wird man für den Kampf disqualifiziert, darf im nächsten aber wieder kämpfen.
Kleine Regelverstöße können im Judo zum Beispiel auch sein, dass seit 25 Sekunden kein Angriff mehr durchgeführt wurde. Es ist auch verboten die Ärmel des Gegners über 5 Sekunden lang zu halten und ihm den Angriff damit zu verwehren, oder seinen Kontrahenten absichtlich aus dem Ring zu werfen.
Schwere Verstöße im Judo, sind dagegen das Hebeln an einem anderen Gelenk, als dem Ellenbogen, oder wenn der Gegner während eines Hebels geworfen wird. Auch Beleidigungen und das unerlaubte Sprechen gelten als unsportlich und werden als schwerer Regelverstoß geahndet (Disqualifikation).
Schlagtechniken
Schlagtechniken sind im heutigen Judo, wenn überhaupt unterrichtet, Überreste des ursprünglichen Judo. Wenn sie in einem Verein gelehrt werden, dann nur zur Selbstverteidigung. In Wettkämpfen sind Schläge und Tritte verboten.
Schlagtechniken lassen sich allgemein in Armtechniken und Beintechniken unterteilen. Beide wiederum in jeweils fünf weitere Techniken, die unterschiedliche Schlagarten im Judo beschreiben.
Die Schlagtechniken werden nur im sogenannten Kata durchgeführt.
Unter einer Kata versteht man einen fest vorgeschriebenen Bewegungsablauf, der ab einem bestimmten Gürtel (3. Kyu–Grün) vorgeführt werden muss. Im Judo, sowie jeder anderen Kampfsportart mit Formläufen, werden Katas verwendet, um die Techniken der Schüler zu verbessern und "automatisieren".