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by Thomas Lorenz 2011

Judo - Der Sanfte Weg

Judo - Kampfsport und Selbstverteidigung

Die Zweikampfsportart Judo ist engstens mit ihrem Begründer Jigoro Kano (1860-1938) verbunden und hierüber hinaus findet sie ihre Wurzeln in Kampfsystemen, die der existentiellen Selbstverteidigung dienten. Über die Wege und Entstehungsgeschichte ranken sich viele Mythen, welche mehr oder weniger wahr sind. Tatsache ist, dass Judo eine Art von Selbstverteidigung ist, die durch ein strenges Regelwerk in ihrer Ausführung als Wettkampfsportart limitiert ist. Des Weiteren sei nur kurz erwähnt, dass das deutsche Jiu-Jitsu der zwanziger Jahre - verbunden mit den Namen Erich Rahn, Alfred Rhode oder Otto Schmelzeisen - sich nach den ersten Kontakten mit dem englischen Budokwai 1929 zum Kampfsport Judo entwickelte.


Judo und Selbstverteidigung sind keine Widersprüche in sich! Judo, besser Judo-Techniken, sind unter bestimmten Situationen auch Selbstverteidigungstechniken. Es ist allerdings auch zu bemerken, dass „Judo-Techniken“ allein kein komplettes effektives Selbstverteidigungssystem ergeben. Letztendlich sind im „reinen“ Judo Schläge und Stöße mit Hand oder Ellenbogen, Fußtritte oder Hebel an anderen Gelenken wie dem Ellenbogen untersagt. Diese Einschränkung begrenzt in sich die grundsätzliche Effektivität. Die „Techniken“, die Kano aus den alten Jiu-Jitsu-Schulen nicht mit in das Judo eingebracht hat, fehlen somit. Aber auch ohne diese „fehlenden“ Techniken kann das vorhandene Repertoire des Judo zu einer Selbstverteidigung mehr oder weniger effektiv eingesetzt werden.

Unbestreitbar ist der Siegeszug des Judo für Kinder. Aber wie sieht es beim Erwachsenen- Judo aus? Worin liegt der relative Niedergang des Erwachsenen-Judo begründet? Diese Fragen sind gestellt von W. Hoffmann 1976 in der Judo-Revue. Mit eine seiner Thesen war der abgenommene Selbstverteidigungsappeal des Judo. Die zu beantwortende Frage ist die ob und wie das Erwachsenen-Judo durch seinen Selbstverteidigungsappeal gegenüber anderen Zweikampfsportarten attraktiver gemacht werden kann, ohne den Charakter des Judo zu verlieren oder zum Jiu-Jitsu zu mutieren.

Das Konzept für eine judobezogene Selbstverteidigung hat sich an mehreren Anforderungen zu orientieren:

- die erfolgreiche Verteidigung in Gefahrensituationen außerhalb der sportlichen Sphäre mit dem judospezifischen Technikrepertoire
- situationsgerechtes Training unter sportlichen Aspekten ( bzw. breitensportlichen Bedingungen)
- Integration des „Selbstverteidigung-Programmes“ in eine wettkampfbezogene Prüfungsordnung

Das Trainieren von Selbstverteidigungstechniken verlangt, dass eine entsprechende Gefahrensituation vorliegt. Eine grundsätzliche Schwierigkeit besteht darin, diese tatsächliche Gefahrensituation realitätsnah darzustellen. Diese Ausgangssituation ist zunächst noch mit dem Wettkampfjudo zu vergleichen, auch hier müssen realistische
Wettkampfsituationen dargestellt werden. Die Umsetzung in der Selbstverteidigung ist allerdings insoweit problematischer, dass mit einem Regelwerk trainiert werden muss, die Gefahrensituation aber selbst regellos ist. Daher ist die reale Anwendung der erlernten und trainierten Techniken in der Regel nicht möglich, ebenso wie der tatsächliche Wettkampf durch Yaku-Soku-Gaiko oder bedingtes Randori nur bedingt, d.h. wettkampfnah und nicht wettkampfadäquat, trainiert werden kann. Der Bereich der judobezogenen Selbstverteidigung, will man sie mit einem Realitätsbezug trainieren, erfordert auch die Vermittlung der Situationskenntnis.

Trotzdem trägt die Sportart Judo, wie kaum eine andere zur ganzheitlichen Entwicklung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen bei. Die umfangreiche konditionelle und koordinative Ausbildung des gesamten Bewegungsapparates ist ein wichtiger Teil dieses Sports und wird auf der Basis konzeptionell modernster Programme vermittelt. Die parallele Entwicklung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Geschicklichkeit, um stellvertretend nur einige Fähigkeiten zu nennen, machen Kinder stark.


Die geregelte körperliche Auseinandersetzung mit einem Partner, insbesondere mit ständigem engen Körperkontakt wie im Judo, trägt eindeutig zur Gewaltprävention bei. Dies wurde schon früh von Pädagogen erkannt und mittlerweile sind Judo-Programme fester Bestandteil des in vielen Bundesländern zur Pflicht ernannten Schulsportfachs "Ringen und Kämpfen". Der Kerngedanke der Kampfsportart Judo, einen Partner
körperlich zu besiegen ohne ihn zu verletzen, wirkt in hohem Maße gewaltpräventiv und vermittelt Verantwortungsgefühl.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Deutschen Judo Bundes ist die Vermittlung von Judo-Werten. Bisher einzigartig in der deutschen Sportlandschaft, dass Werte konkret vermittelt und über das Programm „Judo spielend lernen“ sogar abgeprüft werden. Darauf aufbauend, wird in einem modernen Gürtelprüfungssystem die technische Entwicklung der Heranwachsenden regelmäßig überprüft und belohnt. Der kontinuierliche Fortschritt im Judo trägt enorm zur Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstbehauptung bei.

Darüber hinaus entwickelt der DJB zurzeit eine spezielle Ausbildungskonzeption zum Judotrainer mit den Schwerpunkten Gewaltprävention und Selbstbehauptung. Dieser soll dann parallel oder ergänzend zum bereits existierenden Judo-Selbstverteidigungs-trainer zielgerichtet die oben genannten Inhalte vermitteln.


Kleine Judo- und Regelkunde für Laien


Schülergürtel (KYU)


*Die Grafik zeigt die Einteilung der Schülergürtel entsprechend der Kyu-Prüfungsordnung des Deutschen Judo Bundes.


Meistergürtel (DAN)



*Eine höhere Graduierung als die zum 10. Dan wird weltweit nicht vorgenommen – auch wenn dies theoretisch möglich wäre, da es keine offizielle Limitierung gibt. Dies würde aber bedeuten, die bestehenden Träger des 10. Dan zu degradieren. Professor Jigoro Kano, der Begründer des Judo, hat keinen Dan im Judo, weder den 1. noch den 10. Dan: Aus japanischer Sicht hat niemand die Autorität, ihm einen Dan-Grad zu verleihen, da niemand im Judo über ihm steht.

 

Das Wertungssystem beim Judo

Seit 2009 gibt es drei verschiedene Wertungen, die ein Judoka während des Wettkampfes erhalten kann: „Ippon“, „Waza-ari“ und „Yuko“.

Ippon bezeichnet einen ganzen Punkt und führt zum sofortigen Sieg. Gründe einen Ippon zu vergeben sind zum Beispiel den Gegner 25 Sekunden auf dem Rücken zu halten oder Würge- bzw. Hebeltechniken.

Ein Waza-ari bezeichnet einen halben Punkt. Vergeben wird er im Judokampf unter anderem für Halten des Gegners auf dem Rücken für 20 Sekunden, oder wenn der Gegner dreimal verwarnt wird. Zwei Waza-ari bilden einen Ippon und führen zum direkten Sieg.

Das Yuko ist ein reiner technischer Vorteil. Er wird vergeben, wenn der Gegner zweimal verwarnt wird oder man den Gegner für 15 Sekunden mit dem Rücken auf den Boden drückt.

Nach Ablauf der Zeit, gewinnt der Judoka mit der höchsten Bewertung. Wenn nur Yuko vergeben wurde, hat der Judokämpfer mit der höheren Anzahl Yuko gewonnen. Sobald eine höhere Wertung vergeben wurde, spielen die Yuko keine Rolle mehr.

Wertungen werden von einem dreiköpfigen Richterteam vergeben, wovon einer den Kampf als Schiedsrichter führt.

Sollte der Kampf nach der Wertung immer noch unentschieden sein, wird er um die Hälfte der regulären Wettkampfzeit verlängert.


Verbotener Wettkampf

Im Judosport unterscheidet man während eines Wettkampfes eine Verwarnung (Shido) und eine Disqualifikation (Hansokumake). Bei zwei Verwarnungen bekommt der Gegner eine Yuko Wertung, bei drei eine Waza-ari. Wird ein Judoka disqualifiziert, scheidet er für das komplette Turnier aus. Ausnahme ist ein Griff unterhalb der Gürtellinie. Dabei wird man für den Kampf disqualifiziert, darf im nächsten aber wieder kämpfen.

Kleine Regelverstöße können im Judo zum Beispiel auch sein, dass seit 25 Sekunden kein Angriff mehr durchgeführt wurde. Es ist auch verboten die Ärmel des Gegners über 5 Sekunden lang zu halten und ihm den Angriff damit zu verwehren, oder seinen Kontrahenten absichtlich aus dem Ring zu werfen.

Schwere Verstöße im Judo, sind dagegen das Hebeln an einem anderen Gelenk, als dem Ellenbogen, oder wenn der Gegner während eines Hebels geworfen wird. Auch Beleidigungen und das unerlaubte Sprechen gelten als unsportlich und werden als schwerer Regelverstoß geahndet (Disqualifikation).

Schlagtechniken

Schlagtechniken sind im heutigen Judo, wenn überhaupt unterrichtet, Überreste des ursprünglichen Judo. Wenn sie in einem Verein gelehrt werden, dann nur zur Selbstverteidigung. In Wettkämpfen sind Schläge und Tritte verboten.

Schlagtechniken lassen sich allgemein in Armtechniken und Beintechniken unterteilen. Beide wiederum in jeweils fünf weitere Techniken, die unterschiedliche Schlagarten im Judo beschreiben.

Die Schlagtechniken werden nur im sogenannten Kata durchgeführt.

Unter einer Kata versteht man einen fest vorgeschriebenen Bewegungsablauf, der ab einem bestimmten Gürtel (3. Kyu–Grün) vorgeführt werden muss. Im Judo, sowie jeder anderen Kampfsportart mit Formläufen, werden Katas verwendet, um die Techniken der Schüler zu verbessern und "automatisieren".

 

 

 

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